1969: INTEL 4004
Eine Firma mit dem Namen Busicom erteilt INTEL den Auftrag, einen Chipsatz für
eine Rechenmaschine zu entwickeln.
1971 bringt der CPU-Hersteller INTEL den 4004 auf den Markt: der Prozessor, der über
eine Datenbreite von vier Bit verfügt, wird als ¨erster Computer auf einem
einzigen Chip¨ gefeiert, taktet mit 108 kHz und besitzt 2.300 Transistoren.
1974: INTEL 8080 und Motorola 6808
Der Nachfolger des 4004 ist der 8080. Der 8-Bit-Prozessor mit 6.000 Transistoren und 2 MHz
Taktfrequenz kommt als Steuer- und Regelinstrument in Maschinen der Fertigungsindustrie zum
Einsatz. INTELs Rivale Motorola präsentiert den 6808.
1975: AMD 8080A und Zilog Z80
Der ebenfalls 1969 gegründete Chip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) stellt den 8080A
vor. Und zwei ehemalige Intel-Mitarbeiter, die den 4004 mitentwickelten und die Firma Zilog
gegründet haben, bringen noch im selben Jahr einen 8-Bit-Prozessor auf den Markt: der Z80
verarbeitet mehr Befehle und ist schneller als der 8080. Zeitweise verkauft er sich auch besser
als der Intel-Prozessor!
1977: Apple II mit Motorola 6502
Apple bringt den legendären Apple II auf den Markt. Der Personal Computer arbeitet mit dem
6502-Prozessor, den ein ehemaliger Motorola-Mitarbeiter entwickelt hat.
1978: INTEL 8086 und NEC V20

Mit dem 8086, einem 16-Bit-Prozessor, beginnt die Erfolgsgeschichte von INTELs 80x86-Familie.
Alle INTEL-Prozessoren, die in den Folgejahren entwickelt werden, sind abwärtskompatibel
zum 8086. Anwender, die auf einen leistungsstärkeren PC umsteigen, müssen sich daher
nicht von ihrer Software trennen (sofern das Betriebssystem des neuen Rechners mitspielt).
Mit anfangs 29.000 Transistoren und einer Taktfrequenz von 4,77 (später 10) MHz kann der
8086 mindestens 330.000 Befehle pro Sekunde abarbeiten. Im zehnten Jahr seit seiner Gründung
verbucht Intel einen Jahresumsatz von 283 Millionen Dollar. Die Firma NEC baute in den 80er
Jahren den 8086 mit Erlaubnis von Intel nach. Der NEC V20 war dank einiger Verbesserungen in
der Architektur etwas leistungsfähiger als das Orginal.
1979: INTEL 8088 und Motorola 68000
Intel entwickelt mit dem 8088 eine abgespeckte Version des 8086. Der neue Prozessor behült
intern seinen 16-Bit-Datenbus, arbeitet extern jedoch nur mit einem 8-Bit breiten Datenpfad.
Motorola bringt den 68000, ein 16-Bit-Prozessor mit 68000 Transistoren, auf den Markt.
Software-Entwickler sind begeistert von der neuen CPU.
Für den 8088 und 8086 vergibt Intel Second-Source-Lizenzen für den Nachbau der
Prozessoren an andere Chip-Hersteller - etwa AMD, IBM, SGS Thomson und Siemens.
1981: Apple LISA mit Motorola 68000 und PC mit INTEL 80286
Die Motorola-CPU 68000 ist zwar leistungsfähiger als der Intel-Prozessor. Motorola kann
aber nicht liefern; deshalb beschließt IBM, seinen PC mit INTELs 8088 auszustatten. Das
Unternehmen gibt die IBM-PC-Architektur für den Nachbau frei. Aufgrund der Erwartung, daß
IBM künftig auch auf dem PC-Sektor das Marktgeschehen bestimmen wird, entschließen
sich zahlreiche Hersteller, ihre PC-Modelle am IBM-Vorbild auszurichten. Der IBM-PC-kompatible
Rechner tritt seinen Siegeszug an. Seit diesem Zeitpunkt löst alle drei bis vier Jahre eine
neue Prozessorgeneration von Intel die alte ab und alle 18 Monate verdoppelt sich die Taktrate.
Mit jeder Entwicklungsstufe steigt die Anzahl der auf dem Chip untergebrachten Transistoren,
die Schaltstrukturen werden immer winziger während die Leistung stets zunimmt. Doch die
Konkurrenz schläft nicht: Der mittlerweile stärkste Intel-Konkurrent und Apple-Hauslieferant
Motorola-CPU steuert auch Apples Lisa, einen der Vorläufer des legendären Macintosh.
AMD präsentiert einen eigenen 8086.

Mit dem 80286 stellt Intel eine neue 16-Bit-CPU mit fast 130.000 Transistoren vor. IBM setzt den
16-Bit-Prozessor, der zunächst mit 8 MHz getaktet ist, in einem PC mit der Zusatzbezeichnung
AT (Advanced Technology) ein. Gegenüber dem Vorgänger PC/XT ist er um 16-Bit Steckplätze
für Erweiterungskarten ergänzt worden. Vom PC/AT verkauft IBM mehrere Millionen Stück.
Und Intel wird zum bevorzugten Prozessor-Lieferanten für nahezu alle Hersteller von
IBM-PC-kompatiblen Rechnern. Auf Wunsch von IBM erhalten AMD und Siemens eine erweiterte
Fertigungslizenz für die Intel-x86-Familie, die bis zum Jahr 1995 gültig war.
1984: Motorola 68010 und 68020
Motorola stellt die 32-Bit-CPUs 68010 und 68020 vor. Apple liefert den ersten Macintosh aus;
er wird von Motorolas 68000er angetrieben. AMD präsentiert seinen ersten 286er, den Am286.
Der Prozessor taktet mit 16 MHz.
1985: INTEL 80386
Das 32-Bit-Zeitalter bricht an: INTELs 80386 besitzt 275.000 Transistoren und ist kompatibel zu
seinen Vorgängern. Die 32-Bit-CPU taktet mit 16 MHz, in den folgenden Jahren mit 20, 25
und schließlich mit 33 MHz. Sie ist multitaskingfähig, das heißt, sie kann
mehrere Programme gleichzeitig verarbeiten. Mit dem V60 präsentiert NEC ebenfalls einen
32-Bit-Prozessor.
1986: Compaq mit INTEL 80386, 80286-Rechner für
mehr als 10.000 DM (5.000 Euro)
Der erste PC-Hersteller, der den 80386 einsetzt, ist Compaq; andere Anbieter ziehen nach.
CPU-Hersteller Nexgen wird gegründet. Das kalifornische Unternehmen beginnt, x86-Prozessoren
der fünften Generation zu entwickeln. Motorola präsentiert den 68030 mit 300.000
Transistoren; Commodore bringt den Amiga auf den Markt, in dem ein 68000er seinen Dienst
verrichtet. Der erste 80286-Rechner in teurer Profi-Ausstattung ist auf dem Markt: Er kostet
mehr als 10.000 Mark. Intel gewinnt einen Rechtsstreit gegen NEC: das Gericht erklärt,
daß Intel das Copyright auf den Microcode seiner Prozessoren zu Recht beansprucht.
Ab jetzt will Intel das Geschäft allein machen und kehrt seiner bisherigen Lizenzpolitik
den Rücken: Trotz des im Jahr 1982 erneuerten Abkommens vergibt das Unternehmen keine
Lizenzen mehr an Zweithersteller.
Firmen, die 386er in ihre PCs einbauen, sind damit von Intel abhängig. Einzige Ausnahme:
IBM. Intel erlaubt dem Unternehmen, für den eigenen Bedarf 80386-CPUs zu fertigen. Um die
PC-Hersteller kontinuierlich mit CPUs beliefern zu können, verteilt Intel die Produktion
nun auf mehrere Werke.
1987: Zilog Z280 und ISA, EISA und Microchannel
Zilog präsentiert den Z280, eine 16-Bit-Version des Z80. IBM kündigt die PS/2-Reihe
an. Die neuen Rechner arbeiten mit 80286- und 80386-CPUs (Taktraten zwischen 8 und 20 MHz) und
besitzen eine völlig neue und zu früheren Modellen inkompatible PC-Architektur:
anstelle des alten ISA-Busses verfügen die neuen PCs über den sogenannten Mikrokanal.
Der Gegenstandard heißt EISA, und er wird etwa von Compaq heftig propagiert. Die Diskussion
um EISA, ISA oder Mikrokanal beherrscht die folgenden Jahre- EISA und ISA setzen sich
schließlich durch.
1988: AMD 286, 80386 will keiner
Cyrix wird gegründet. Das Unternehmen fertigt zunächst mathematische Coprozessoren.
AMD entwickelt den 286 weiter: die CPU in CMOS-Technik taktet mit 20 beziehungsweise 25 MHz
und erreicht fast das Niveau eines 386-Prozessors.
Im Juni 1988 verkauft sich INTELs 80386-CPU nur schleppend. Um den PC-Anwendern die neue CPU
schmackhaft zu machen, bringt Intel einen kostengünstigen 386er mit 16 statt 32 Bit
Bandbreite auf den Markt: den 80386SX. Gleichzeitig startet Intel eine Werbekampagne, in der
es den 286er für tot erklärt. Hintergedanke: im 286-Bereich muß sich Intel mit
lästigen Rivalen wie AMD herumschlagen - den 386-Markt dominiert Intel (noch) allein.
Die Aktion hat Erfolg: Immer mehr Anwender steigen auf die 32-Bit-Plattform um. Zur gleichen
Zeit wird das Logo ¨INTEL inside¨ eingeführt. In den kommenden Jahren entwickelt
sich Intel zu einem weltbekannten Markennamen. NEC erweitert seine V-Serie um den V70, der
laut Hersteller 15 Mips schafft. Die stromsparende V-Serie wird vor allem in Notebooks eingesetzt.
1989: INTEL 80486DX2, Motorola 68030 und 68040
INTELs neuer Prozessor, der 80486, verfügt über 1,2 Millionen Transistoren, das sind
viermal mehr als beim Vorgänger. Der mathematische Coprozessor ist ab sofort in den
Hauptprozessor integriert. Auch ein 8 KB großer Cache für Daten und Instruktionen
sowie ein Cache-Controller sind erstmals auf dem 486er integriert (bislang waren diese als
separate Bausteine realisiert). Der Prozessor taktet anfangs mit 25 MHz und wird bis 1992 zum
80486DX2 mit 66 MHz und 1994 zum DX4 mit 100 MHz weiterentwickelt. Kurze Zeit später
kommt er als Low-Cost-Version ohne FPU und mit 16 MHz Takt auf den Markt.

Um mehr Leistung aus der CPU herauszuholen, ohne andere Komponenten zu überfordern,
verwendet Intel ab dem 486DX2 eine neue Technik: Die CPUs takten intern höher als extern.
Um Wärmeprobleme zu vermeiden, gibt es den 486er, der mit einer Spannung von 5-Volt
arbeitet, kurze Zeit später auch als 3-Volt-Version. Daß am 486er massiv gearbeitet
wurde, zeigt sich auch an den zahlreichen CPU-Sockeln, die im Laufe der Weiterentwicklung des
486ers kreiert wurden.
Im Herbst 1989 reduziert Intel die 386SX-Preise um bis zu 30 Prozent. Damit will das
Unternehmen Second-Source-Hersteller wie AMD in Schach halten, die ihre 286-Prozessoren immer
höher takten. Intel hat Schwierigkeiten mit der Auslieferung des 486ers. Motorola
präsentiert den 68030 jetzt mit 50 MHz Takt und externer FPU. Kurz darauf folgt der
68040, der nun - wie der 80486 - eine integrierte FPU sowie einen segmentierten, also nach
Daten und Befehlen getrennten, internen Cache besitzt.
1991: Am386
Im März präsentiert AMD seinen ersten Clone von INTELs 80386DX, der auf dem
Microcode von Intel basiert. Der Am386DX taktet anfangs mit 20, später mit 40 MHz. Im
Juli folgt der 386SX-Clone Am386SX mit 25 MHz Takt.
IBM und Intel unterzeichnen einen 10-Jahres-Vertrag zur gemeinsamen Entwicklung von Prozessoren.
1992: Cx486
Cyrix stellt seinen ersten ersten Mikro-Prozessor vor. Der 386SX-Clone Cx486 kommt als
Cx486SLC mit 25 MHz Takt (intern und extern), kurze Zeit später als DLC mit 33 MHz
internem und externem Takt, er besitzt aber nur 1 KB Cache und keinen mathematischen Coprozrssor.
1993: INTEL 80586 » PENTIUM
Im März überrascht Intel die Konkurrenz: um den Clonern eins auszuwischen, nennt
Intel seinen neuen Chip nicht 80586, sondern Pentium. Diese Bezeichnung läßt sich
- im Gegensatz zu einer Zahl - warenrechtlich schützen. Der neue Prozessor wird anfangs
in 5-Volt-Technik gefertigt. Er ist softwarekompatibel zu seinen Vorgängern, diesen jedoch
haushoch überlegen: mit einer Strukturbreite von anfangs 0,8, später 0,35 Mikron,
läßt sich die Zahl der Transistoren auf über 3,1 Millionen steigern. Der
Pentium taktet intern anfangs mit 60 oder 66 MHz und passt in den Sockel 4 (273 Pins). Neu ist,
daß der Prozessor in einem Taktzyklus zwei Befehle ausführen kann. Der Datenzugriff
wird durch zwei interne 8 KB große Caches beschleunigt: Der eine speichert die jeweils
aktuellen Befehle, der andere die Daten. Hinzu kommt, daß der externe Datenbus zum
Hauptspeicher jetzt 64-Bit breit ist. Vor allem im Fließkommabereich wurde der Pentium
verbessert. Er ist dort dreimal so schnell wie ein 486er.
Im April präsentiert AMD weitere 486DX-Clones. Auch Cyrix kommt mit neuen 80486-CPUs,
die Pin-kompatibel zu INTELs 486SX und 386SX.
1994: PENTIUM 100, Cx486 DX2, Nx586, INTEL 486 DX4
Im Februar präsentiert Intel einen Pentium in 3-Volt-Technik, der mit 90/60 und 100/66,
kurz darauf auch als preiswerte Einstiegsversion mit 75/50 MHz taktet und in den Sockel 5 (320 Pins),
später in den Sockel (321 Pins) passt. Mit der 3,3-Volt-Technik will Intel den mit steigender
Taktfrequenz aufkommenden Wärmeproblemen begegnen.

Cyrix präsentiert einen Upgrade-Prozessor, der 386-PCs zu 40 bis 50 Prozent mehr Leistung
verhelfen soll: Der Cx486DRx2 besitzt einen von Cyrix selber entwickelten 486-Befehlssatz und
taktet mit 32/16, 40/20 und 50/25 MHz. Nexgen enthüllt auf der CeBIT seinen Prozessor der
Fünften Generation, der dem Pentium Konkurrenz machen soll. Der Nx586 ist eine superskalare
CPU mit 60 und 66 MHz interner wie externer Taktrate. Sie verfügt über einen
segmentierten Cache - zwei getrennte Daten- und Befehls-Cache mit je 16 KB - und einen 64-Bit
breiten Datenbus. Anders als beim Pentium ist beim Nx586 die FPU nicht integriert, der
Cache-Controller befindet sich dagegen in der CPU. Ein spezieller Cache-Bus erlaubt es, den
Second-Level-Cache mit voller CPU-Geschwindigkeit zu betreiben. Im April geht die
Zusammenarbeit zwischen Intel und IBM in die Brüche. IBM schwenkt um zum Prozessorhersteller
Cyrix. Die beiden Firmen beschließen eine zunächst auf fünf Jahre befristete
Zusammenarbeit: Cyrix entwickelt das CPU-Design, und IBM fertigt die Prozessoren, die dann zu
gleichen Teilen an beide Firmen gehen. Cyrix stellt den Cx486DX2 mit 100 MHz interner Taktrate
auf der amerikanischen Computer-Fachmesse Comdex in Las Vegas vor (Herbst). Der neue Prozessor
konkurriert gegen INTELs 486DX4/100-CPU.
Schwerer Rückschlag für Intel: aufgrund eines Fehlers in der Fließkomma-Einheit
(FPU) berechnet der Pentium-Prozessor bestimmte Rechenoperationen falsch. Intel bemüht sich,
die Sache herunterzuspielen. Nach einigem Hin und Her bietet das Unternehmen zur Schadensbegrenzung
Anwendern, deren PC mit einem fehlerhaften Pentium arbeitet, einen kostenlosen Prozessoraustausch an.
1995: PENTIUM 133 und PENTIUM PRO sowie Nx586 180 und
Cyrix 6x86 ¨M1
Auf der CeBIT stellt Intel eine 120-MHz-Version des Pentium vor. Im Juni präsentiert Cyrix den
32-Bit-Prozessor 5x86/100 - einen 486er mit 100 MHz internem Takt (kurz darauf auch mit 120 und 133 MHz)
und 16 KB Cache, der dem 75 MHz-Pentium Paroli bieten soll. Er ähnelt in seiner Architektur
zwar eher einem 486DX4, beherrscht aber moderne Techniken wie Branch Prediction. Der Systemtakt
beträgt 33 MHz. Gute Chancen hat der 5x86 vor allem im Notebook-Bereich, da er bei höherer
Leistung weniger Strom verbraucht als der Pentium.

Der Pentium taktet nun mit 133 MHz. - Nexgen liefert erste Modelle des Nx586 mit 120 MHz aus.
Die Show stiehlt Nexgen den anderen CPU-Herstellern jedoch mit einem neuen Chip: der Nx686 kommt
mit 48 KB internem Cache (32 KB Daten/ 16 KB Befehle) und einem internen Takt von 180 MHz. Eine
weitere Besonderheit sind die Multimedia-Befehle, die auf einer speziellen Einheit integriert
sind. Allerdings ist der Nexgen-Prozessor nicht kompatibel zum Pentium und Pentium Pro. Die Firma
AMD, die mit der Entwicklung eines eigenen Microcodes nicht weiterkommt, übernimmt Nexgen.
Im November ist es soweit: auf der CeBIT hatte man bereits erste Prototypen hinter vorgehaltener
Hand begutachten können: der Pentium Pro wird offiziellvorgestellt. Den Intel-Prozessor der
sechsten Generation gibt es mit 150, 166, 180 und 200 MHz interner Taktrate. Die Zahl der
Transistoren beträgt 5,5 Millionen. Hohe Datentransferraten erzielt der Pentium Pro aufgrund
seiner DIB-Architektur, die Nexgen zum ersten Mal beim Nx586 eingesetzt hat. Sie besteht aus zwei
voneinander unabhängigen Bus-Systemen, mit denen sich die Datenübertragungsrate auf das
Dreifache erhöhen laßt. Der Second-Level-Cache ist in die CPU integriert. Der Pentium
Pro ist abwärtskompatibel zu allen vorherigen Intel-CPUs. Unter Windows 95 ist er seinem
Pentium-Pendant - also seinem Vorgänger - jedoch klar unterlegen. Der Grund: Der neue
Prozessortyp ist auf 32-Bit-Operationen optimiert - Windows 95 arbeitet jedoch zum Großteil
noch mit 16-Bit-Befehlsfolgen. Der Pentium Pro wird erst in Verbindung mit reinrassigen
32-Bit-Betriebssystemen wie beispielsweise Windows NT richtig schnell.
Cyrix stellt zusammen mit IBM und SGS Thomson seine sechste Prozessorgeneration vor. Der 6x86 -
Codename M1 - ist Pin-kompatibel zum Pentium (Sockel 7). Der 6x86 PR120 taktet intern mit 100 MHz
(extern mit 50 MHz). Er besitzt 16 KB internen Cache, arbeitet in 3,3-Volt-Technik und liefert
erstaunliche Testergebnisse: Unter bestimmten Bedingungen arbeitet der 6x86 mindestens so schnell
wie ein Pentium 100, zum Teil ist er sogar schneller als der Pentium 133 und der Pentium Pro. Mit
dem 6x86 hat Cyrix erstmals einen Prozessor entwickelt, der den Pentium in der Leistung leicht
übertrifft und dabei ein gutes Stück billiger ist. Allerdings benötigt der neue
Cyrix-Prozessor ein angepasstes BIOS, um seine volle Leistung zu entfalten. Außerdem ist er im
Fließkommabereich nicht so stark wie der Pentium.
1996: PENTIUM 200, AMD K5 und Cyrix 6x86 PR200+
INTELs Pentium taktet jetzt mit 150 und 166 MHz. Gleichzeitig senkt Intel die Preise für
133-MHz-Pentium-CPUs. Intel und AMD einigen sich über den Nachbau von Intel-Prozessoren:
Ab sofort darf AMD für seine 586-CPU und nachfolgende Chip-Serien lediglich den
Intel-Befehlssatz verwenden - die Microcode-Technik muß AMD selbst entwickeln.
Intel reagiert auf die Clones von AMD und Cyrix mit Preissenkungen für den 100er und 120er
Pentium um bis zu 40 Prozent.

IBM/Cyrix bringen den 6x86 (M1) als PR133+ (100/50 MHz), PR150+ (120/60 MHz) und als PR166+ (133/66 MHz)
auf den Markt. Laut Tests sind die Clones trotz geringerer Taktraten schneller als die
Intel-Originale Pentium 100, 120 und 133. Der Zusatz ¨PR¨ bezieht sich auf das sogenannte
P(entium)-Rating. Aus Marketing-Gründen versehen IBM/Cyrix die CPU-Bezeichnungen
zusätzlich mit einem Plus. AMD präsentiert den K5-PR75 (75 MHz). Ihm folgt kurze Zeit
später der K5-PR100 mit 100 MHz internem Takt. Er besitzt 16 KB internen Cache, ist bei
Interger-Berechnungen schneller als ein Pentium mit 75 MHz und eignet sich gleichermaßen für
16- und 32-Bit-Anwendungen. Für aufrüstwillige Anwender ist der Sockel-7-kompatible
Prozessor genau das richtige. Und nicht zuletzt sein im Vergleich zum Pentium günstiger Preis
(etwa 180 Mark) verhilft dem K5 zu großer Popularität. Im Juni kommt der Pentium 200 auf den
Markt. Die neue Intel-CPU taktet mit 200 MHz. Im September bringen Cyrix/IBM ihre neue 6x86-Version,
den 6x86 PR200+ (bei IBM heißt er P200), auf den Markt, der mit 150 MHz taktet, sich aber als
leistungsfähiger als der Pentium 200 erweist. Da er jedoch extern mit 75 MHz taktet,
benötigt er eine spezielle Hauptplatine. Außerdem gilt der Leistungsvorsprung nicht
für den Fließkommabereich - hier liegt der Pentium vorn.
1997: PENTIUM MMX, AMD K6, PENTIUM II 300, Cyrix ¨M2¨,
Tillamook

Erste Muster des K5-PR166 werden ausgeliefert. Der Prozessor taktet intern mit 115,5 und extern
mit 66 MHz und entspricht in seiner Leistung einem 166-MHz-Pentium. Doch Intel ist wieder einen
Schritt weiter: der Marktführer präsentiert den Pentium MMX. Im Februar bringt Cyrix
den Media GX mit Taktraten von 120 und 133 MHz, später auch mit 150 und 180 MHz sowie einem
internen Cache von 16 KB auf den Markt. Grafik- und Audio-Funktionen sowie ein Speicher-Controller
sind direckt in die Prozessoreinheit integriert. Die neue CPU übernimmt Chipsatzfunktionen
wie PCI-Anbindung und Speichersteuerung. AMDs Antwort auf den MMX-Prozessor von Intel heißt
im April K6. Er hat eine MMX-Erweiterung, basiert auf dem Nexgen-Chip Nx6x86 und besitzt 64 KB
internen Cache (INTELs MMX arbeitet nur mit 32 KB). Er passt in den Sockel 7 und ist damit für
jede moderne - sprich: MMX-fähige und mit Split Voltage ausgestattete - Pentium-Hauptplatine
geeignet. Die MMX-Technik hat AMD von Intel in Lizenz erhalten. Der K6 wird in 0,35-Mikron-Technik
hergestellt und nach seiner tatsächlichen Taktfrequenz benannt, das heißt, der K6/PR2-166
taktet intern mit 166 MHz. Mit AMDs K6 hat Intel einen ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen.
Bei den 16-Bit-Standardanwendungen und Programmen, die überwiegend mit Integer-Befehlen
arbeiten - etwa Textverarbeitung - sind der K6/PR2-200 und -233 dem Pentium MMX überlegen.
Fließkommaberechnungen erledigt der Pentium aber immer noch schneller.
Im Mai kommt INTELs Pentium II besitzt (Codename ¨Klamath¨) auf den Markt: der neue
Chip mit internen Taktfrequenzen von 233, 266 und 300 MHz vereint die Vorzüge von Pentium
Pro und MMX. Er taktet extern mit 66 MHz, verfügt über 7,5 Millionen Transistoren und
wird in 0,35-Mikron-Technik hergestellt. Der Pentium II besitzt 32 KB internen Cache und ist in einem
SEC-Gehäuse aus Metall und Plastik untergebracht. Der Pentium II ist nicht Sockel-7-kompatibel,
sondern zusammen mit dem Second-Level-Cache (512 KB) auf einer kleinen Platine montiert. Da diese
Lösung einen neuen Steckplatz, den Slot 1, erfordert, ist zwangsläufig eine neue
Hauptplatine fällig. Der Pentium II verfügt über eine Dual-Independent-Bus-Architektur
(DIB). Doch anders als der Pentium Pro, der mit dem vollen CPU-Takt auf den Second-Level-Cache
zugreift, arbeitet der Pentium II nur mit dem halben internen CPU-Takt. Als Reaktion auf den K6 bringt
Intel - entgegen der Pläne, die höheren Taktraten dem Pentium II zu überlassen -
einen Pentium MMX mit 233 MHz auf den Markt.

Nach AMD kommt jetzt auch Cyrix mit einem MMX-Prozessor. Der 6x86MX - Codename M2 - ist mit einer von
Cyrix/IBM selbstentwickelten MMX-Technik ausgestattet, die absolut kompatibel zum Intel-Orginal
sein soll. Der Prozessor passt in den Sockel 7, benötigt wie der Pentium MMX und der AMD K6
eine zweifache Spannungsversorgung (2,8/3,3 Volt) und besitzt 64 KB First-Level-Cache. Es gibt
ihn als PR166 (133/66 oder 150/60 MHz), PR200 (150/75 oder 160/66 MHz) sowie als PR233 (188/75 MHz).
Im August reagiert Intel auf die Konkurrenz mit massiven Preissenkungen: der Pentium II mit
300 MHz etwa kostet ab sofort 57 Prozent weniger. Außerdem stellt das Unternehmen die
Produktion von Prozessoren ohne MMX-Erweiterung ein. Der amerikanische Chip-Hersteller Natsemi
(National Semiconductor) übernimmt Cyrix. Im September präsentiert Intel einen
Pentium MMX-Prozessor mit 200 und 233 MHz Takt, der mit seiner Strukturbreite von 0,28 Mikron
weniger Strom und Spannung (1,8 Volt) benötigt und sich dadurch speziell für
Notebooks eignet. Codename der neuen CPU: Tillamook.
Im Herbst kommt der C6, ein besonders preisgünstiger Prozessor von IDT/Centaur Technology,
auf den Markt. Er soll es mit dem Pentium MMX aufnehmen, Sockel-7-kompatibel sein und aufgrund
seiner geringen Größe so stromsparend arbeiten, daß er sich auch für
Notebooks eignet. Gerüchten zufolge ist der Chip nur etwa 5 Prozent langsamer als der
K6-Prozessor von AMD.
1998: PENTIUM II 450, kleiner PENTIUM (¨Celeron¨),
Power-PC mit 1000 MHz, Xeon
Im Februar 98 erscheint der 333-MHz-Pentium II mit weiterhin 66 MHz Bustakt (Codename
¨Deschutes¨). Das 333-Modell von Intel unterscheidet sich von seinem Vorgänger
vorrangig im Stromverbrauch. Während der ¨alte¨ Pentium II (Klamath) bei 300 MHz
satte 32 Watt verbraucht, beträgt die Leistungsaufnahme des neuen ¨Deschutes¨
bei 333 MHz nur gut 15 Watt. Der gebotene Leistungsgewinn fällt im Vergleich zum
300-MHz-Pentium II bescheiden aus: durchschnittlich sechs bis sieben Prozent mehr - so lautet das
Ergebnis der Leistungsmessung im Testlabor des Computermagazins c´t (siehe Heise Online).
Im August schickt Intel nach dem Pentium-II-400 den Pentium-II mit 450 MHz Taktfrequenz ins
Rennen.

INTEL bestätigt im Januar, daß ein Pentium-II-Prozessor für den sogenannten
¨basic PC¨ ohne Second-Level-Cache (L2-Cache) kommen wird: ¨Celeron¨. Der
Celeron-Prozessor soll Geschwindigkeit für preiswerte PCs bieten (englisch celerity =
Geschwindigkeit) und damit den INTEL-Konkurrenten AMD, Cyrix und Co. das Leben schwer machen.
Tests verschiedener PC-Magazine ergaben aber, daß der erste Celeron trotz höherer
Taktfrequenz von 266 MHz wegen seines fehlenden Level-2-Caches langsamer arbeitet als alle seine
direkten Konkurrenten (K6-233 von AMD, INTEL Pentium 233 MMX). Selbst ein Pentium 200 MMX ist noch
eine Idee schneller - und die Rechner sind obendrein billiger. Im August stellt INTEL den
Celeron mit 300 und 333 MHz sowie 128 KB L2-Cache vor (Codename ¨Mendocino¨). Jetzt sitzt
der L2-Cache sogar direkt auf dem Prozessor und nicht mehr auf der Prozessorplatine. In der Version
mit 300 MHz bekommt er das Kürzel A und firmiert so offiziell als Celeron 300A, während
die 333-MHz-Variante schlicht und einfach Celeron 333 heißt. Der bisherige Celeron ohne
L2-Cache mit 300 MHz heißt weiterhin Celeron 300.
Anfang 1998 durchbricht IBM die 1000-MHz-Schallmauer: Einem 15 köpfigen IBM-Forschungsteam
aus Texas ist es gelungen, den ersten experimentellen Prozessor im 1-GigaHertz-Takt zu betreiben.
Der Prototyp ¨versteht¨ grundlegende Power-PC-Befehle, hat aber eine völlig neue
Architektur. Der CMOS-Chip enthält eine Million Transistoren und weist damit etwa den
Transistorenhaushalt eines 486-Prozessors auf. Interessant ist, daß die superschnelle GUTS
(Gigahertz Unit Test Site) von IBM in ¨herkömmlicher¨ 0,25mm-Technologie gefertigt
ist. Es sind also noch deutliche Steigerungen bei dem Umstieg auf 0,18mm und dem angekündigten
Kupferprozeß zu erwarten. Kupfer leitet Strom und Wärme deutlich besser als das bisher
verwendete Aluminium und ermöglicht kleinere und schnellere Strukturen. Mit Hilfe dieses
Kupferprozesses will IBM noch im selben Jahr den PowerPC 750 von 275 MHz auf 500 MHz hieven.
¨Bis man jedoch den 1,1 GHz Mikrowellen-Prozessor aus dem Markt sehen wird, dürften noch
einige Jahre vergehen¨ prognostiziert Anfang 1998 Andres Stiller, Hardware Experte beim
Computermagazin c´t. ¨Bis dahin wird man wohl auch den 1-GHz-Alpha-Prozessor von Digital
bewundern können.¨ (Ausgabe von c´t 4/98).
AMD hat sich kurz vor der Markteinführung ihres neuen K6-Prozessors zu einer Namensänderung
entschlossen. Die ursprünglich als K6 3D angekündigte CPU soll nun K6-2 heißen.
Wesentliche Neuerung des K6-2 ist ein erweiterter Befehlssatz, der mit 21 neuen FPU-Funktionen
vor allem 3D-Spiele drastisch beschleunigen soll. Die 3D-Funktionalität will AMD unter dem
Oberbegriff 3D Now! vermarkten. Offiziell soll der K6-2 in Europa am 29. Mai in London
präsentiert werden. Die CPU startet mit 300 MHz Taktfrequenz und ist für den 100-MHz-Bus
der neuen Super-7-Mainbords ausgelegt.

Mit den aufgeführten Verbesserungen soll der K6 die Leistungsmerkmale des Pentium-II-Prozessors
erreichen. Nach Angaben von AMD wird die CPU mit den Taktraten 300 MHz und 350 MHz erscheinen und die
gewohnten 25 Prozent unter dem Preisniveau von INTEL liegen. Nachdem auch Cyrix ihren 6x86MX in
M II umtaufte, wählt neben AMD offensichtlich auch IDT Centaur einen Namen, der an den
Pentium II erinnert. Der nächste Winchip C6 für den 100 MHz Bus des Super-7 soll deshalb
Winchip 2 heißen. Er startet mit 240 oder 266 MHz und unterstützt ebenfalls die neuen
3D-Funktionen. Mitte Juni stellt INTEL den Xeon, seinen High-End-Prozessor für Workstations
und Server, offiziell vor, der die Leistung von Workstations und Servern kräftig nach oben
treiben soll. Das gilt leider auch für die Preise: Mit 512 KB Second-Level-Cache soll der
400-MHz-Xeon 1200 Dollar kosten, mit 1 MB Cache steigt der Preis auf satte 3000 Dollar. Für die
Variante mit 2 MB Cache, die im 4. Quartal auf den Markt kommen soll, rechnen Branchenkenner mit
etwa 4.500 Dollar. Damit könnte ein Server mit acht Xeon-Prozessoren bis zu 40.000 Dollar
mehr kosten als die aktuellen Geräte auf Pentium-Pro-Basis. Kurz nach der offiziellen
Ankündigung des Xeon wollen NEC, Toshiba und Hitachi die ersten Zwei-CPU-Server auf den Markt
bringen: Compaq, Dell und IBM arbeiten an Modellen mit vier Prozessoren, und Gateway will sechs
CPUs in einem Gerät anbieten.
1999: Pentium III, K6-III, Athlon, G4-PowerPC,Coppermine,
Itanium
Als ¨Katmai¨ geisterte der neue INTEL-Prozessor bereits monatelang durch die Medien.
¨Katmai¨ war aber nur der Codename, denn offiziell heißt Intels neuer
High-End-Prozessor seit Anfang 1999 Pentium III. Wie der US-Dienst CNet berichtete, entschied sich
INTELs Geschäftsleitung für diese einfallsreiche ;-) Bezeichnung, weil der Name
¨Pentium¨ dem CPU-Hersteller schon vier Prozessorgenerationen lang hervorragende Erfolge
bescherte: Pentium, Pentium Pro, Pentium MMX und Pentium II.

Der Pentium III verfügt über den ¨alten¨ Pentium-II-Kern, besitzt zusätzlich
70 Befehle, die speziell bei Multimedia-Anwendungen, Videodaten, Spracherkennung und Spielen
für Power sorgen sollen und hat eine interne Seriennummer, die nach Darstellung von INTEL
vor allem die Abwicklung von Geschäften über das Internet sicherer machen soll. Er wird
vorerst in zwei Varianten auf den Markt kommen, die mit Taktfrequenzen von 450 und 500 MHz arbeiten.
Bis zum Jahresende 1999 soll die Taktfrequenz auf über 600 MHz gesteigert werden.
Der Pentium III kostet zunächst über 500 Dolloar; Analysten rechneten aber damit, daß
der Preis schon im 3. Quartal 1999 auf etwa 200 Dollar fallen würde - also ¨the same
procedure as every year¨. Mitte Februar 1999 hat Intel-Konkurrent AMD seinen neuen
Mikroprozessor K6-III vorgestellt, mit dem das Unternehmen gegen den Pentium III antreten will.
Das neue Spitzenmodell der Advanced Micro Devices Inc. verfügt ebenfalls über einen
erweiterten Multimedia- Befehlssatz mit dem Namen ¨3DNow¨. (¨3DNow¨ ist nicht
mit dem Intel-Befehlssatz kompatibel.) Der Prozessorproduzent AMD bringt im Oktober einen
¨Athlon¨-Chip mit 700 MHz auf den Markt. Außerdem präsentierte AMD im
Oktober den 64-Bit-Chip K8 im Detail. Der K8 ist als direkter Konkurrent zu Intels Merced gedacht.
Am 25. Oktober startet der Verkauf von Servern und Workstations mit dem neuesten Intel-Chip -
Codename ¨Coppermine¨ - mit Taktraten von 700 und 733 MHz. Eine mobile Coppermine-Variante
arbeitet mit 500 MHz. Coppermine verfügt anfänglich über einen integrierten
256-KB-Second-Level-Cache, während aktuelle Pentium IIIs einen 512 KB großen Cache
nutzen, der aber nicht auf dem selben Stück Silizium angebracht ist wie die CPU. Obwohl der
neue Cache also kleiner ist, soll seine Nähe zum Prozessorkern für eine Leistungssteigerung
von 13 bis 23 Prozent sorgen. Zur Performance-Verbesserung trage zudem der 133-MHz-Systembus und
die Rambus-Speichertechnik bei, so Intel-Manager auf dem Forum.

Ende 1999 wurden mehrere tausend Prototypen des ersten 64-Bit-Prozessor von Intel mit dem
Codenamen Itanium (ehemals¨Merced¨) an Entwickler ausgeliefert. Die ersten Reaktionen der
PC-Hersteller auf den in 64-Bit-Architektur produzierten Intel-Prozessor waren allerdings verhalten
gewesen. Hewlet-Packard, der an der Entwicklung beteiligt war, will diesen Chip sogar
überspringen und auf den Nachfolger mit dem Codenamen ¨McKinley¨ warten. Der Verkauf
des neuen Intel-Prozessors soll im August 2000 beginnen. Unter anderem kann er bis zu sechs
Aufträge parallel bearbeiten. Intel kündigte außerdem an, daß der Itanium
drei Memory-Ebenen haben werde: Zwei integrierte und eine weitere externe mit 4 MB Kapazität,
die nur dazu diene, Fehler sofort zu korrigieren. Ein High-Speed-Bus soll dafür sorgen, dieser
externe Level-3-Cache mit der vollen Geschwindigkeit des Prozessors arbeiten kann.
Parallel zu den Intel-Prozessoren und deren Nachahmern haben sich die PowerPCs weiterentwickelt.
Im Jahr 1999 gewährt Apple Computer auf seiner Worldwide Developers Conference in San Jose
einen kleinen Einblick in die kommende Macintosh-Generation G4. Während einer ¨Hardware
Strategy Session¨ berichteten Apple-Manager vom G4-PowerPC-Prozessor und den zugehörigen
G4-Macs, die noch 1999 auf den Markt kommen. Der von Motorola entwickelte G4-Chip wird Technik
von Altivec enthalten, die speziell für leistungsintensive Anwendungen wie Multimedia oder
mathematische Formeln entwickelt wurde. Er wird kleiner und stromsparender als sein Vorgänger
sein und 10,5 Millionen Transistoren besitzen.
Im September 1999 wird der Power Mac G4 mit ¨Velocity Engine¨ vorgestellt. Er erreicht
als erster PC überhaupt den Leistungsbereich eines sog. ¨Supercomputers¨. Mit mehr
als einer Milliarde Fließkomma-Operationen pro Sekunde (Gigaflop) dringt der Rechner in
völlig neue Dimensionen vor, die den Power Mac G4 für anspruchvollste Video- und
Grafikanwendungen qualifizieren.
2000: AMD und INTEL mit 1-Gigahertz-Prozessoren
AMD hat am 6. März die Verfügbarkeit seines Athlon-Prozessors mit einem Gigahertz Takt
bekannt gegeben. Damit ist der CPU-Hersteller seinem Erzrivalen Intel, der die Präsentation des
1-GHz-Chips sogar vorverlegt hatte, wieder zuvorgekommen.

Der 1-GHz-Athlon wird zunächst im AMD-Werk in Austin (Texas) in 0,18-Mikron-Technik und
Aluminium gefertigt. Geplant sei aber, den Prozessor auch in der Fabrik in Dresden zu produzieren.
Der Preis des neuen AMD-Flaggschiffs beträgt anfänglich bei einer Mindestabnahme von
1000 Stück rund 1300 Dollar. Compaq und Gateway liefern noch im März Rechner auf
1-GHz-Athlon-Basis aus. Im April sollen die ersten Gigahertz-Athlons in Deutschland
verfügbar sein.
Zwei Tage nach AMD präsentierte Intel seinen 1-GHz-Prozessor. Im Gegensatz zu AMDs Flaggschiff,
das bereits im April an den Einzelhandel geliefert werden soll, ist der 1-GHz-Pentium-III jedoch
nur in begrenzten Stückzahlen - etwa für Dell verfügbar. Erst im September soll der
Prozessor dann in die Massenproduktion gehen. Kein Wunder - schließlich muß Intel erst
einmal die Nachfrage nach der 800-MHz-Version des Chips befriedigen.
Eine entscheidende Frage lautet, wer überhaupt Rechner mit so schnellen Prozessoren kaufen
wird. Nach Einschätzung von Experten werden die Hersteller sich mit den 1-GHz-Systemen an
die Spiele-Gemeinde wenden - mit Komponenten wie 4fach-AGP, High-End-Soundkarten sowie 128 MB
RAM oder noch mehr.
Im November 2000 kommen erste PCs mit dem Pentium 4 auf den Markt. Aber die Kritik an der
Leistung des neuen Flaggschiffs von Intel nimmt schnell überhand. Zu wenig Leistung für
das Geld, lautet das einhellige Credo der Kritiker.